Wieder einmal hiess es letzten Mittwoch “Ayudemeeee”. Unsere Schule hatte eine Einladung nach Tabacundo bekommen, um dort verschiedene didaktische Materialien abzuholen. Um 11 Uhr sollten wir da sein, haben aber beschlossen, schon früher zu fahren, um sicherzustellen, dass wir die ersten sind und dementsprechend früh wieder zurückfahren können. Die Idee war gut, ging nur leider nicht ganz auf.
Ich bin also mit Señorita Lidia und vier Kindern unserer Schülervertretung um 9 Uhr losgelaufen. Unterwegs habe ich ihr von unserem Cotopaxi-Vorhaben erzählt, was eine riesige Bestürzung in ihr auslöste. “Nein, geht da nicht hoch. Bitte!!!” – “Wieso nicht?” – “Das ist gefährlich! Ich habe schon von so vielen Unfällen gehört und von so vielen Leuten, die sich verlaufen haben!” Ja gut… Lassen wir das Thema lieber. Wir sind also an der Pana angekommen und in den Bus eingestiegen, um nach Tabacundo zu fahren. Und wie eigentlich immer in Quito-Bussen lief auch in diesem ein Film. Diesmal war es aber weder Rambo noch Jackie Chan noch Saw I – IV, sondern irgendein Bergsteiger-Film. Passte wie der Arsch auf den Eimer
. Noch besser passte, dass etwa zwei Minuten nachdem wir eingestiegen waren, einer der Bergsteiger in eine Gletscherspalte fiel. Gleich tippte Lidia mich an und meinte: “Siehst du? So seht ihr dann dort oben auch aus. Geht da lieber nicht hoch!”. Ja, das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, ihr nichts mehr über geplante Bergbesteigungen zu erzählen
.
Etwa um viertel nach 10 waren wir also in Tabacundo, waren die Ersten und haben uns schon gefreut, gleich wieder gehen zu können. Tja, da hatten wir uns zu früh gefreut. Denn der zuständige Mitarbeiter war noch gar nicht da. Also machten wir das, was Ecuadorianer am Besten können: warten…
. Irgendwann gegen kurz nach 11 kam er dann und schon huschte wieder ein Lächeln über unser Gesicht – was aber auch gleich wieder verschwand, als er uns mitteilte, dass eine feierliche Überreichung mit Reden, Musik und: ALLEN ANDEREN SCHULEN (16 an der Zahl), von denen jedoch weit und breit noch nichts zu sehen war, geplant war. Wie gesagt: Ecuadorianer haben das Warten erfunden
. In diesem Moment haben wir dann auch einheitlich beschlossen, nie wieder zu früh zu einer Reunión etc. zu kommen.
Um halb 12 (man bedenke, dass es eigentlich schon um 11 Uhr anfangen sollte) wurde dann einmal angefangen, ganz gemütlich alles aufzubauen, camionetas mit Lautsprechern und ganzen Audiosystemen kamen angefahren (wobei ich mich ernsthaft fragen musste, wie diese ganzen Sachen heil dort ankamen, denn spätestens, als ein Fahrer fast eine ganze Kabeltrommel überfahren hätte, was nur durch einen Schrei meinerseits haarscharf verhindert werden konnte, woraufhin er versuchte, sich aus der Zwickmühle wieder herauszubugsieren, wobei er aber leider mit der Vorderseite des Autos “ganz leicht” ein Garagentor knutschte, war mir klargeworden, dass deren Führerscheinprüfung – sofern selbige überhaupt existiert – wohl schon einige Zeit zurückliegen musste
.
Nun ja, irgendwann war dann alles aufgebaut und auch der Grossteil der Schulen anwesend. Es konnte losgehen. Anhand der Schule von San Augustín de Cajas wurde beispielhaft die gesamten Materialien übergeben (natürlich nicht, ohne vorher einige schwungvolle Reden zu halten
…hehe…). Das ganze war wirklich etwas übertrieben. Es war ungefähr so, als würde man mit etwa 40 Mann eine Garagenparty feiern und zum Bier bestellen ein Mikro nehmen, was an einen Regler mit etwa 6 riesigen Boxen angeschlossen ist. Aber gut
.
Nachdem die ganze Zeremonie vollbracht war, musten alle im Büro unterschreiben und sich anstellen, um die Materialien entgegenzunehmen. Alle ausser San Augustín natürlich…Die hatten ja das grosse Glück, alles einfach vom Hof einladen zu können. Wir mussten dann wieder eine geschlagene Stunde warten. aber das hat sich am Ende auch gelohnt. Wir bekamen eine Riesenkiste mit tausenden Rechenlern-, Spanisch- und anderen didaktischen Spielen, zwei Mülltonnen, Handschuhe (“damit die Kinder vom Müllsammeln nicht krank werden”…wenn der wüsste, was sie sonst so anfassen und essen
), Besen, Bleistifte, Taschen und: einen riesigen Metallschrankt. Hatte ich erwähnt, dass wir mit dem Bus gekommen waren und eigentlich auf die gleiche Art wieder zurückkehren wollten???
Ja, die Heimfahrt fand dann doch per camioneta statt. Und war ein Wunderwerk des Wahnsinns. Alles wurde verstaut, Kinder hinten drauf, ich vorne rein und los ging’s. Vielleicht 200m. Dann Schreie von hinten: “Schrank fäääällt!” Wir halten an und gehen nach hinten. Und da traute ich meinen Augen nicht. Es widerspricht von vorneherein jeglichen Gesetzen des richtigen Beladens eines Autos, den Schrank hochkant auf die Ladefläche eines Pick-ups zu stellen. Noch weniger, wenn man vorhat, it dem Schrank auf der der Ladefläche, der wohlgemerkt etwa zur Hälfte übersteht, bei Gegenwind über die Pana zu heizen. Und am allerwenigsten, wenn der Schrank an keiner einzigen Stelle befestigt ist. Tja, einen Versuch war’s wert. Ging nur leider in die Hose
.
Aber der camioneta-Fahrer hatte eine glorreiche Idee: wir binden den Schrank fest! Gute Idee!!! Dumm nur, dass das einzige, was wir zum Festbinden dabeihatten ein etwas dickeres Garn war, was ich normalerweise dazu verwende, Bilder von meinen Kids in der Schule an der Decke aufzuhängen. Nun ja, von physikalischen Kräften schien besagter Fahrer so oder so noch nie etwas gehört zu haben, denn anstatt den Schrank oben festzubinden wurde selbiger etwa 30cm über dem Boden mehr oder weniger (eher weniger) professionell befestigt und ich als weitere Stütze hinten auf die Ladefläche verfrachtet. Irgendwie kamen wir dann auch heil an der Schule an, aber es war bei Weitem nicht die bequemste Fahrt, die ich je erlebt habe.
Am Freitag Morgen hatten wir dann wieder grosse Reunión. Ein weiterer Monat ist vorbei und so langsam werden wir alle sentimental. So kam es dann auch, dass ich da sass und mir plötzlich während einer Präsentation mit Fotos von uns, unseren Gemeinden und Familien die Tränen kamen, weil mir immer mehr bewusst wird, dass ich hier eigentlich gar nicht mehr weg möchte. Nachdem ich meine Depristimmung dann ein wenig mit Anneke geteilt hatte, haben wir uns darangemacht, schon einmal die Sachen für den Abend vorzubereiten. Grillparty… Und der Spruch des Abends war: “Ich weiss nicht, aber irgendwie gehört zum Grillen einfach ‘n Bier!”
So sassen wir dann eine ganze Weile und es war auch echt witzig, bis plötzlich Martha wieder auftauchte. Also eigentlich war es nur die Hand von einem unserer Übermieter, die neuerdings in Marthas Wohnung wohnen, aber in dieser Situation war es echt erschreckend, wie diese Hand und der Schatten da plötzlich einfach auftauchten
. Aber lustig war’s trotz Allem.
Am Samstag Morgen war es dann endlich soweit: das Pech, das über dem Essen geschwebt hat, hat sich verzogen
– Pacha Manka, das Essen in der Erde. Um halb 10 morgens wurden wir abgeholt und sind nach Agato (zu den gemeingefährlichen Sandfliegen) gefahren. Dort haben wir erst einmal barfuss in einem Feld gestanden, um Kontakt zur Erde aufzunehmen und zu sehen, wo unser Essen herkommt. Anschliessend wurde ein Loch gegraben und Steine aufgeschichtet, über denen ein Feuer gemacht wurde.
In der Zwischenzeit wurde das gesamte Essen vorbereitet, Kartoffeln gewaschen, Bohnen sortiert, Knoblauch geschält, Hühnchen geschnitten und in Krautblätter eingewickelt. Als wir damit fertig waren, wurden die heissen Steine aus dem Feuer geholt, in einer rituellen Zeremonie mit Blättern von der Asche befreit und in das Loch gelegt. Dann folgten Kartoffeln, wieder Steine, Mais, Steine und so weiter und so fort. Am Ende wurde ein Tuch über das Loch gelegt, Pacha Mama für ihre Ernte gedankt und alles mit Erde bedeckt. Dann hiess es warten. Etwa eine Stunde später war alles fertig, wir konnten (endlich, denn in der Zwischenzeit hatten wir Riesenhunger
) essen. Und es war superlecker. Das mache ich in Deutschland auch mal nach
.
Am frühen Nachmittag ging es wieder zurück und kurze Zeit, nachdem wir in Otavalo angekommen waren, sassen wir, also Maike, Annika und ich, schon wieder im Bus nach Quito, denn am nächsten Morgen wollten wir Manu vom Flughafen abholen und das wollten wir gleich einmal mit einer Shoppingtour im Condado verbinden. Wir sind also nach Quito gefahren und waren im Megamaxi und dem ein oder anderen Lädchen, wo wir uns unter anderem den Luxus einer $ 3 teuren Ritter Sport Joghurt-Schokolade gegönnt haben
. Danach wollten wir mit dem Bus in die Mariscal fahren, standen eine ganze Weile an der Bushaltestelle, aber es kam kein Bus mehr. So haben wir den Mann, der da auch noch herumstand und wartete gefragt, und er sagte, es gäbe anscheinend keine Busse mehr wegen des „ley seca“, aber wir könnten uns ein Taxi zum MetroBus-Terminal teilen. Er müsse auch in die Richtung, würde uns etwas dazu geben und dann früher aussteigen. Das haben wir dann getan, aber dieser Typ war irgendwie ziemlich komisch, denn er ist nicht vorher ausgestiegen, sondern mit uns zum Terminal gefahren, hat uns dafür dann einen Dollar gegeben (anscheinend war Rechnen nicht seine Stärke, denn das Taxi kostete insgesamt nur 1,50 und wir waren ja noch zu dritt, aber gut
). Am Terminal angekommen meinte er plötzlich „Wollt ihr keinen neuen Freund haben?“ – „Was?“ – „Wollt ihr keinen neuen Freund haben?“ – „Hä?“ – „Wollt ihr keinen neuen Freund haben?“ – „Ääh, nein!“ – „Also, ich bin plastischer Künstler hier in Quito, mache das und das und das!“… Lieber schnell weg… hehe… also sind wir abgehauen zum Ticketschalter, wo es wieder hiess, es gäbe keinen Metrobus mehr. Da haben wir dann glücklicherweise einen anderen Mann getroffen, der auch in die Mariscal fahren wollte und uns sagte, er würde uns den Weg zeigen. Gott sei Dank, denn schon wieder tauchte unser „neuer Freund“ auf
.
Nun gut, die Fahrt war etwas kompliziert (wir mussten irgendwie noch dauernd umsteigen) aber auch ziemlich witzig. Und nachdem wir im Bus auf Grund des leicht rasanten Fahrstils des Busfahrers auf einigen Füssen gestanden, auf mehrere Leute draufgefallen und Maike sich aufgrund der Duftnote „cocos“ eines Passagiers in ihre Kindheit zurückversetzt fühlte, da sie mal ein Kindermädchen hatten, das in Jamaica gelebt hatte und genauso roch, aber schon bald von Maike und ihrem Bruder aus dem Haus gejagt wurde, da es bei Rot über die Ampel ging (Marga, wie um Himmels Willen konntest Du so etwas zulassen???
) kamen wir dann doch noch am Ziel unserer Reise an: Pizza-Hut in der Mariscal.
Hier wollten wir eigentlich den leckeren Salat essen, den die Mädels dort das letzte Mal gegessen hatten. Leider war Maike die einzige, die dabei war und diesen Salat schon einmal gegessen hatte (ich war da zwar auch dabei, hatte mich aber mit Lucas doch lieber für eine cheesy-crust entschieden
). Und bekanntlich ist Maike, was das Merken von Namen und so etwas geht, nicht gerade die Beste. So bekamen wir dann einen Salat, auf dem die Hälfte der Zutaten fehlte, die wir eigentlich haben wollten und der auch so nicht so der Hammer war, da die Hauptzutat der Salatsosse aus dem uns verhasstesten Kraut bestand: Koriander! hehe… Nun ja, wir haben also gegessen und sind dann ins Hostal gegangen.
Am nächsten Morgen waren wir schon gegen sieben Uhr am Flughafen, alles verlief planmässig, kurze Zeit später kam Manu dann auch und wir haben uns auf den Weg nach Otavalo begeben. Oh man, ich kann es noch gar nicht glauben, dass mein Bruder jetzt hier ist… Aber es ist so cool
Und ich glaube, ihm gefällt es auch ziemlich gut bis jetzt… Wieder in Otavalo angekommen haben wir erst einmal gefrühstückt, sind ein wenig durch die Stadt und über den Markt gelaufen und haben den Rest des Tages mehr oder weniger gechillt im Haus verbracht. Abends gab es dann leckere Spaghetti mit Pesto, die Manu mitgebracht hatte (DANKE!!!!!). Danach haben Annika und ich uns in Celias Bergführer vertieft, denn am nächsten Wochenende wollten wir ja mit Christian und seinen Freunden unser nächstes Projekt angehen: der Iliniza Norte… 5200m. Der Übungsberg für den Cotopaxi. Immerhin war ja auch der 1. Mai und da wird ja bekanntlich jedes Jahr gewandert (okay, später würde ich meinen Entschluss noch leicht bereuen, aber egal
). Dann sind wir aber auch relativ bald schlafen gegangen.
Am Montag nachmittag bin ich wieder nach Otavalo gefahren um mich dort mit Manu zu treffen, da er auch mit in die comunidad wollte. Wir wollten dann gegen drei Uhr nachmittags mit Joëlle nach Pijal fahren, da Cielo Azul ein Treffen mit allen Eltern und Lehrern hatte, um ein wenig über deren Arbeit zu erzählen. Dabei wollten wir auch noch Kuchen verkaufen, den wir am Wochenende gebacken hatten. Leider kam Joëlle erst gegen fünf, so dass wir erst um halb sechs dort ankamen und besagtes Treffen sich schon dem Ende zuneigte. Wir sind dann kurz nach Hause, um Manu das Haus zu zeigen, und als wir zurückkamen liefen uns die ganzen Leute schon entgegen. Einige waren aber doch noch da, so dass wir dann noch insgesamt zwei Kuchen losgeworden sind. Einer davon ging allein an meine Direktorin, damit sie „heute Abend nichts mehr kochen muss!“
. Anschliessend sind wir dann nach Hause, haben gegessen, uns ein wenig unterhalten und sind schlafen gegangen.
Am Dienstag Morgen erwartete uns in der Schule dann die nächste Überraschung. Kaum hatten wir den Hof betreten kamen die Kinder schon angelaufen und sagten, ein Hund hätte in meinen Klassenraum gemacht. Das war aber leicht untertrieben, denn als ich dort hineingelaufen bin und schon nach einigen Metern direkt in der Hundescheisse stand, wurde mir das Ausmass der ganzen Sache erst bewusst. Überall lagen Hundehaufen, auf Tischen, Bänken, dem Boden – überall. Und das Schlimmste war, dass der blöde Hund, der über Nacht in der Aula eingesperrt war, zwei von vier übriggebliebenen Kuchen halb aufgefressen hatte. Nun ja, so ist wenigstens immer etwas los und wir haben die Hälfte der ersten Stunde damit zugebracht, das Klassenzimmer von den Überresten der letzten Nacht zu befreien
.
Nach der Schule sind wir nach Hause gelaufen, haben für meine Oma irgendwelches Gemüse, was aussieht wie Kartoffeln, was aber roh gegessen wird, zu ernten, was sie am Nachmittag auf dem Markt verkaufen wollte. Anschliessend sind wir nach Gonzales gefahren, wo wir uns mit Maike und Selana getroffen haben. Marco und dessen Bruder waren auch da und wir sassen eine ganze Weile dort herum, haben Früchte gekauft und gegessen und uns unterhalten. Maike, Manu und Selana haben dann einen in Selanas Augen mit 50 Cents völlig überteuerten Kaffee getrunken, dann haben wir noch Colada morada und Empanadas gekauft und uns mit den Marktfrauen angefreundet
. Als es schon langsam dunkel wurde, sind wir zurückgefahren und mussten dank einer Meute nicht gerade freundlich klingender Hunde einen Umweg quer durchs Feld einschlagen. Und so lagen wir auch an diesem Abend ziemlich erschöpft im Bett.
Am nächsten Tag wollten wir nach Cotacachi und zur Laguna Cuicocha fahren, da ich an diesem Tag nicht unterrichten musste. Also sind wir am Morgen los und von Quiroga mit dem Taxi zur Lagune. Dort sind wir dann erst einmal etwa eine Stunde lang einen nicht gerade schönen Weg hochgelaufen, bis wir zum Anfang des Rundweges um den See kamen. Ein Stück weiter hinten gibt es eine Art Aussichtspunkt, wo wir dann Pause gemacht haben. Leider war es ziemlich bewölkt, aber trotzdem cool. Anschliessend ging es wieder zurück nach Cotacachi, wo wir in den unzähligen Geschäften die ganzen Ledersachen angeschaut haben.
Gegen halb drei waren wir zurück in Otavalo und ich habe für Donnerstag Kuchen gebacken, da Celia am Mittwoch Geburtstag hatte und wir sie am Donnerstag Nachmittag überraschen wollten. Danach wollten wir eigentlich wieder zurück nach Pijal, haben uns aber von Svens eigentlich unsinniger Idee anstecken lassen, man könne ja mal Sprichwörter nehmen, die filmen und bei YouTube online stellen, so dass wir im Endeffekt Nägel mit Köpfen gemacht haben und die Sprichwörter „Jacke wie Hose“ und „Das ist doch Wurst“ verfilmt haben. Wir haben uns schräg gelacht dabei. Schon am Nachmittag hatte es angefangen zu regnen und hinsichtlich unseres Bergsteige-Vorhabens am Wochenende haben wir dann beschlossen, doch lieber in Otavalo zu bleiben.
Am Donnerstag Morgen bin ich dann in die Schule gefahren, habe anschliessend zu Hause gepackt und bin wieder zurück nach Otavalo gekommen. Um vier kam dann Joëlle mit der ahnungslosen Celia und wir haben ihren Geburtstag gefeiert. Und ich glaube, sie hat sich wirklich riesig darüber gefreut. Sah aber auch cool aus, der Tisch mit Kleeblättern, Kuchen, Keksen, Kaffe, Schoki und und und. Danach sind Annika und ich ins Hostal gegangen um mit Pablo noch einmal über die Ilinizas-Sache zu sprechen. So langsam wurde es uns nämlich doch etwas mulmig, da wir wirklich gar keine Ahnung hatten, was auf uns zukam. Aber der gute alte Pablo wusste uns zu beruhigen und gab uns noch gute Tipps mit auf den Weg wie „nehmt Wechselklamotten mit, für den Fall dass wir nass werden“. Der beste Tipp überhaupt!!!
Wirklich beruhigt waren wir trotz allem nicht, aber hey: wir sind hier in Ecuador. Hier funktioniert immer alles. Wir haben uns also für den nächsten Tag mit ihnen um acht Uhr morgens verabredet und am Ende hat sich sogar Mario noch entschieden, doch noch mitzukommen. Cool…
Am Abend sind die anderen alle aufgebrochen, um an die Küste zu fahren und wir waren alleine. Komisches Gefühl, so ruhig und irgendwie völlig ungewohnt. Aber so konnten wir uns wenigstens auf unser Abenteuer vorbereiten
. Am nächsten Morgen sind wir also früh aufgestanden und waren um kurz vor acht an der Ecke, wo wir uns mit Mario treffen wollten. Er kam dann auch – allerdings nur, um uns zu sagen, dass weder er noch Christian noch Pablo fertig seien und wir noch ein wenig warten sollten. So sind wir mit ihm ins Hostal gegangen, wo Christian – es war mittlerweile viertel nach acht – noch in aller Seelenruhe beim Frühstück sass. So sind wir zum ausgemachten Treffpunkt gelaufen und kaum waren wir angekommen, wünschten wir uns, wir hätten uns niemals auf diese Sache eingelassen. Dort standen Christians Freunde mit Eispickeln und Seilen bewaffnet, einige hatten schon ihre Schneekleidung an und wir kamen in Jeans – aber immerhin hatten wir ja Regenhosen dabei, so dass wir uns nicht gar so doof vorkamen.
Irgendwann kamen dann auch Christian und Pablo und es konnte losgehen. Die Tatsache, dass wir von allen Seiten nur „viel Glück“ gewünscht bekamen, trug leider nicht sonderlich dazu bei, dass unser mulmiges Bauchgefühl verschwand. Ich glaube, das war der erste Moment, in dem Maike es bereute, das Wochenende mit Batidos an der Küste gegen die Besteigung eines 5000ers eingetauscht zu haben. Diesem sollten aber noch viele weitere folgen. Zumal das Maikes erster Berg überhaupt war
. Ich glaube, die Jungs haben uns unsere inzwischen echte Angst angesehen und meinten nur: „Das ist nur zur Sicherheit!“. Ja, klar… Aber egal, wir waren echt motiviert und freuten uns schon auf dieses Abenteuer.
Es ging also los. Im Bus nach Quito. Von dort aus mit einem anderen Bus nach Machachi (oder so, ich weiss nicht mehr genau
). Die Busfahrt war der Horror, denn es gab keine Möglichkeit, das Gepäck unten zu verstauen. Also lagen bei uns im Gang etwa 6 grosse Rucksäcke, und der Busfahrer hat es einfach nicht gecheckt, dass er die hintere Tür einfach nicht öffnen soll. So haben wir etwa 4 Mal die ganzen Rucksäcke hochheben müssen, damit die Leute nach vorne durchgehen konnten. Dafür gab es aber gute Musik von DJ Charli
.Dort angekommen wollten wir noch einkaufen. Aber typisch ecuadorianisch ging es erst einmal Mittagessen. Auf zum Almuerzo-Restaurant von Santiagos Tante. Nicht dass es inzwischen schon halb zwei nachmittags war und wir noch gute vier Stunden Aufstieg vor uns hatten. Das Mittagessen war auch mehr oder weniger katastrophal. Wir wollten – standard – Reis mit Linsen und Spiegelei. Das gab es aber nicht. So hiess es zumindest. Dann eben nur Reis mit Ei. Die Jungs haben uns schon ausgelacht. „Stephi, dass ist ein Almuerzo-Restaurant. Hier gibt es Almuerzos…“ – Ja und? Wenn jemand Vegetarier ist? Was macht der dann?“ – „HÄ? Vegetarier? So was gibts hier nicht!“ Gut. Wir hatten also Reis mit Linsen. Auch gut. Wirklich hungrig waren wir so oder so nicht. Danach auf in den Supermarkt. Wasser in Grossfamilienpackungen, Energiza-Tee, Kekse…Nur nicht zu viel kaufen, wir müssen das alles noch hochschleppen. Und wieder in den Bus. Auch hier keine Gepäckfächer unten. Und der Bus war noch enger. Also alle Rucksäcke vorne auf einen Haufen gestapelt, der dann die gesamte Fahrt von drei unserer Jungs „bewacht“ wurde. Langsam wurde es aber genug mit Busfahren. Wir wollten jetzt los. Aber: „falta todavía“
.
Irgendwann kamen wir dann doch an, haben wieder eine ganze Weile gewartet und sind mit einer camioneta noch ein Stück in Richtung Berg gefahren.
Und dann sahen wir den Berg zum ersten Mal. Er war ganz schön weit weg. Und das alles sollten wir noch laufen. Was uns schon im Unterbewusstsein morgens klar war wurde nun harte Realität: wir würden das niemals vor der Dunkelheit schaffen. Aber egal… los ging’s.
16:00 Uhr: Noch sind wir alle guter Hoffnung und laufen motiviert los. Ein paar Meter und schon das erste Hindernis: ein Fluss mitten über die Strasse. Also aussen rum und weiter geht’s immer stetig bergauf. Alles bestens.
16:30 Uhr: Die erste Pause. Schönes Wetter. Gott sei Dank haben sich die Regenwolken verzogen. Das würde jetzt noch fehlen. Kurze Pause und dann weiter.
17:00 Uhr: Der erste Abschnitt ist geschafft. Die „Virgen“. Ab jetzt geht es steiler bergauf und nach einigen Minuten biegen wir vom Weg ab. Langsam kommt der anstrengendere Teil.
17:40 Uhr: Es fängt an zu regnen. Nein. Weiter geht’s. MP-3 Player in die Ohren und immer weiter wie Annika am Donnerstag Abend so schön sagte: „Denkt an Momo. Der sagte auch, wenn man anfängt die Strasse zu kehren sieht man das Ende und denkt man schafft das nie. Also immer schön einen Schritt machen, Atmen und einen Besenzug.“
17:45 Uhr: Ich höre Aventura. Die Musik, die in Canoa an jeder Batido-Bar gespielt wird. Zum ersten Mal denke ich an die Mädels und Jungs am Strand und denke mir „Scheisse, worauf hast du dich nur eingelassen?“
18:30 Uhr: Es fängt an zu dämmern. Mist. Wir sind immer noch gute zwei Stunden vom Refugio entfernt. Immer weiter geht’s.
18:30 Uhr: Es ist dunkel. Also die Headlamps aufsetzen und weiter. Leider haben wir davon nicht so viele und dann hat Christian auch noch Pablos Headlamp eingepackt, bei der er allerdings vorher die Batterien für die Fernbedienung herausgenommen hatte. Wir sind inzwischen bis auf die Unterwäsche durchnässt. Da nutzen selbst Regenjacken nichts. Der Boden besteht nur noch aus Sand. Man geht einen Schritt und rutscht den halben wieder runter. Die Kräfte lassen nach. Gott sei Dank macht mir die Höhe nichts aus.
19:30 Uhr: Ein Hang, der mir vorkommt, als hätte er etwa 60 % Steigung. Immernoch Sandboden. Keine Kraft mehr. Wären wir nicht schon 3 ½ Stunden den Berg hochgelaufen hätte ich glaube ich ernsthaft umgedreht. Das teile ich nun Mechas, der hinter mir läuft, mit. Er sagt nur „Geh weiter, hier können wir nicht bleiben. Aber wir haben es gleich geschafft.“ Also wieder weiter. Alle 10 Schritte Pause. Der Rucksack auf dem Rücken hat zwar nur etwa 8 – 10 Kilo, fühlt sich aber an wie 50. Aus meinem MP3-Player tönt es “Turn around” von Bonnie Tyler…glaubt mir, ich wäre liebend gerne umgedreht. Ging aber nicht…
20:00 Uhr: Also, dieses „gleich“ von den Ecuadorianern geht mir langsam aber sicher auf die Nerven. Ich habe mittlerweile wirklich keine Lust und Kraft mehr. Inzwischen sind wir etwa auf 4500m angekommen. Schätzungsweise. Aber keine Ahnung. Irgendwann hört man auch auf zu denken. Wieder Mechas‘ tolle Aufmunterungen: „Jetzt haben wir es gleich geschafft.“ Ich glaube ihm kein Wort mehr und rechne schon damit, dass wir noch die nächsten drei Stunden so weitergehen.
20:15 Uhr: Licht! Da hinten ist Licht! Und das sind nicht die Headlamps unserer Leute. Ganz vorsichtig frage ich, was das ist. Die Antwort: Das Refugio! Wir haben es geschafft. Etwa 10 Minuten später kommen wir an. Und jetzt fühle ich mich wieder gut. Es ist nur eiskalt.
20:45 Uhr: KALT!!! Pablo kocht Wasser für Kaffee und Schoki. Wir trinken etwas warmes. Dann gibt es auch noch Reis mit Tunfisch. Aber Hunger hat ausser den Ecuadorianern, die wirklich in jeder Lebenslage essen können, keiner. Ich lege mich in meinen Schlafsack, wohlgemerkt habe ich wohl den besten Platz zum Schlafen erwischt
und will einfach nur schlafen. Es ist immer noch eiskalt. Trotz Jogginghose und Fleecepulli. Das mit dem Schlafen ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die ganze Nacht herrschte im gesamten „Haus“ Aufbruchstimmung. Von der Gruppe, die schon dort waren, als wir ankamen, wollten einige auf den Südberg. Das waren halt richtige Bergsteiger. Nun ja, sie wollten um ein Uhr nachts aufbrechen. Aus eins wurde dann allerdings drei Uhr nachts. Da bin ich dann aufgewacht und das erste was ich dachte war „Mist, ich hab jetzt mal gar keinen Bock überhaupt aufzustehen.“ Dann habe ich aber festgestellt, dass das „vamos“ gar nicht uns galt, sondern den anderen. Sie sind dann auch los, kamen aber irgendwie eineinhalb Stunden später wieder, weil sie feststellen mussten, dass die Wetterverhältnisse einen Aufstieg auf den Südhang nicht zulassen.
Ja, danach war dann mit schlafen auch nichts mehr, weil man von allen Seiten nur „Rositaaaa, Rosiiitaa“ und Sachen wie „ya está el café?“ hörte… So lagen wir da noch eine ganze Zeit wach, bis es dann um halb sechs auch für uns hiess „Aufstehen!“. Allerdings hatte keiner wirklich Lust, den Schlafsack zu verlassen, und so standen Pablo und Mechas alleine dort unten. Dafür hatten sie Brot und Kaffee, was wir irgendwie verpasst haben. Eine Stunde später waren wir dann aber auch mehr oder weniger bereit für den Aufstieg. Um fünf wollten wir eigentlich los. Mittlerweile war es viertel vor sieben. Auch gut. Mir war irgendwie schlecht. Was aber auch daran liegen konnte, dass ich seit Freitag Mittag nichts mehr gegessen hatte. Maike hat uns dann wenigstens noch einen Keks aufgeschwätzt und so sind wir los.
Die gleiche Prozedur wie den Abend zuvor. Immernoch Sandboden, diesmal allerdings mit mehr Schnee. Dafür mit weniger Regen, also eigentlich gar keinem. Immerhin
. Es ging los und nachdem man wieder ins Laufen reingekommen war ging es auch erstaunlich gut. Wir sind eine ganze Weile unten am Berg parallel zum Kamm entlanggelaufen und dann ging es ziemlich gerade hoch. Etwa eine Stunde später haben wir dann die ersten Felsen erreicht. Ab da ging das Laufen dann ziemlich einfach. So sind wir dann eine ganze Zeit lang dort oben entlanggelaufen, bis wir zu einem ziemlich felsigen Hang kamen, wo Maike und ich dann beide der Meinung waren, dass es durchaus reicht, bis hierhin zu gehen. So viel Ehrgeiz hatten wir dann doch nicht und so haben wir dann beschlossen, dort auf die anderen zu warten um dann gemeinsam wieder abzusteigen.
Wir standen eine ganze Weile da und haben uns unterhalten. Dann kam die andere Gruppe, die über die Felswand aufgestiegen waren. Sie sind in den Felshang, aber dann sagte der Guide, dass es zu gefährlich sei, bei den Witterungsverhältnissen ganz aufzusteigen und sie sind wieder umgekehrt. Wir haben dann beschlossen, gemeinsam mit ihnen schon einmal zum Refugio zurückzugehen, denn inzwischen war schon eine gute halbe Stunde vergangen, wir standen dort oben im Nebel mit völlig durchnässten Schuhen und Jacken, es war kalt und es konnte noch eine ganze Zeit dauern, bis die anderen wieder zurückkommen.
So wurden wir einer nach dem anderen angeseilt und es ging an den Abstieg. Der wäre allerdings ohne das Seil wesentlich einfacher gewesen, denn in dem Seil wurde man ständig von vorne wieder nach hinten und wieder nach vorne gezogen, hinter Maike war eine Ecuadorianerin angeseilt, die zum ersten Mal auf einen Berg hochgegangen ist und irgendwie dauernd abgerutscht ist. So brauchten wir bis unten noch einmal eine gute dreiviertel Stunde bis Stunde. Im Refugio haben wir dann schon einmal angefangen, aufzuräumen und wollten eigentlich für die anderen Nudeln mit Paprika-Rahm-Sauce kochen, was dann aber nicht ging, da die andere Gruppe ständig ankam und sagte „Können wir wohl eben ganz schnell was warm machen?“ und dann als unser Wasser kurz vor dem Kochen war, sagten sie, dass wir jetzt nicht mehr kochen könnten, da sie irgendein Teil von der Gasflasche ausgeliehen hatten und das jetzt wieder mit runter nehmen müssten. Super! Naja, so hatten wir wenigstens Wasser für Tee oder Kaffee.
Irgendwann kamen auch die anderen wieder runter, von denen aber auch nicht alle bis ganz hoch gekommen waren. Mario hat zwischendrin auch gesagt, er würde jetzt dableiben und Alvaro fiel wohl 10 Minuten vor dem Gipfel ein, dass es ja eh neblig ist, er so oder so nichts sehen würde und dementsprechend auch nicht da hoch gehen muss (ganz meine Meinung!!! Allerdings waren wir ein wenig schlauer und haben das schon etwas früher festgestellt
).
Ja, wir haben also noch eine Weile dort gesessen und uns dann wieder für den Abstieg bereit gemacht. Und gerade als wir losgingen fing es an zu hageln. Das Wetter war irgendwie echt gegen uns. Dann kam noch dazu, dass wir als eine der ersten zusammen mit Alvaro losgegangen waren, er aber was Orientierung angeht nicht gerade einer der Besten zu sein scheint (ich frage mich echt, wie er die ganzen Berge hochgekommen ist, auf denen er schon war… hehe..). Wir waren nämlich viel zu weit rechts. Ich habe dann irgendwann zu ihm gesagt, dass der Weg viel weiter links ist. Seine Reaktion: „Echt?“ – „Ja“ – „Sicher?“ – „Ganz sicher. Hier sind wir gestern nicht hochgekommen.“ – „Okay, dann lass mal nach da drüben gehen.“ Gute Idee…
Eine Stunde später waren wir – welche Abwechslung – wieder völlig durchnässt. Also zumindest die Sachen, die in der Zwischenzeit annähernd trocken geworden waren (und das waren nicht viele
). So kamen wir dann wieder bei der Virgen an, sind viel zu schnell abgestiegen aber waren einfach nur froh, dass es wenigstens nicht mehr regnete. Dort sind wir ein Stück den Weg langgelaufen und kamen zu einer Autoschlange. Ein Auto war vom Reservat und wir wurden gleich einmal ausgequetscht, ob wir denn auch Eintritt bezahlt hatten (hatten wir, aber jeder nur $ 1 anstatt 2 bzw. 4
aber egal. Christian und Pablo waren schon am weitergehen, aber bis zum Ort wären es noch mindestens 2 Stunden zu laufen gewesen, wären wir schnell gelaufen. Also habe ich lieber den Mann vom Reservat gefragt, ob er uns nicht mitnehmen könne. Also alle Mann auf die camioneta. War zwar ziemlich eng, aber immer noch besser als zu Laufen. Unterwegs mussten wir dann nochmal aussteigen, weil er nicht um die Kurve kam und dann ein paar Jungs das Auto um die Kurve herumschieben sollten. Dann ging es weiter.
Ziemlich weit unten haben wir dann noch den Rest von unserer Truppe eingesammelt, wobei ich mich bis heute noch frage, wie sie so schnell den Berg heruntergekommen sind… Egal… Dort sind wir dann auch aus der Camioneta von dem Reservat-Mann ausgestiegen und in eine andere eingestiegen, die uns wieder nach Machachi bringen sollte. Und es war kalt! Und unbequem… Der einzige, der einen guten Platz erwischt hatte, war Pablo. Und er machte auch keinen Hohn daraus, das zu verkünden. Aber wart’s ab…Rache ist süss, Pablito
. Die Fahrt war dafür aber ziemlich lustig, der Abend vorher wurde eingehend analysiert und wir kamen gut gelaunt an unserem Ausgangspunkt, dem Almuerzo-Restaurant von Santiagos Tante an.
Dort dann der zweite Versuch, Reis mit Linsen und Ei zu bestellen. Inzwischen waren wir das Gespött der ganzen Truppe. War uns aber egal, schmeckt schliesslich gut. Nach fünfmaligem Bestellen dachten wir, sie hätte verstanden, was wir meinen. Hatte sie aber nicht, denn kurze Zeit später hatten wir einen Teller voller Linsen auf unserem Tisch stehen. Dani hat schliesslich versucht, ihr zu erklären, dass wir drei Portionen Reis mit Linsen und Ei und eine Portion nur Reis mit Linsen wollten. Nun ja, im Endeffekt hatten wir vier Portionen mit allem. War uns dann auch egal. Eigentlich hatte ich auch gar keinen Hunger und habe dann auch das meiste an die anderen weitergegeben.
Von dort aus ging es dann mit dem Bus wieder nach Quito. Ziemlich schräger Ayudante, der Annika doch tatsächlich statt 65 cents 1 Dollar abkassieren wollte und als sie fragte warum sagte er „Für das Gepäck“. Klar! Und wieder frieren. Dummerweise sassen Santiago, Alvaro, Mechas und ich ganz hinten und der Busfahrer hielt es für absolut überflüssig, die Türen zu schliessen, nachdem die Leute eingestiegen waren. Also wieder das häufigst gesagte Wort: „Achachay“
.
Dann mit den drei Jungs die Planung für den Abend. Weggehen. Vorher bei uns die Nudeln mit Sosse, die wir eigentlich schon mittags essen wollten, machen. So wirklich überzeugt von unserem Plan schienen sie aber nicht zu sein, was man an Kommentaren wie „chica loca“ und ähnlichem gut heraushören konnte. Uns war’s egal. Wir wollten Party machen, schliesslich waren wir heil wieder unten
. Das einzige Problem war nur, dass wir schon ziemlich spät dran waren. Dann kamen wir in Quito an. Dumm war nur, dass der Bus gar nicht zum Terminal fuhr. So sind wir an der Strasse ausgestiegen und dann ging alles so schnell irgendwie. Dort stand schon der Bus nach Otavalo und der Grossteil war schon drin und irgendwie war ich auch ziemlich verplant in diesem Moment weil ich mit der ganzen Situation völlig überfordert war, dass ich Manu nur ganz schnell gesagt habe, wo das Terminal ist und dann auch schon meinen Rucksack abgegeben hatte und im Bus sass. Hoffentlich ist er gut in Baños angekommen. Aber bestimmt…
So waren wir dann um 21 Uhr wieder in Otavalo und haben beschlossen, das Essen doch lieber bleiben zu lassen und uns stattdessen um halb 11 direkt zum Partymachen zu treffen. Wir sind also nach Hause, nach zwei Tagen endlich aus den nassen Schuhen, in denen teilweise wirklich das Wasser stand, raus, schnell gekocht und unter die Dusche. Wie geil… Kurz nach halb 11 waren wir dann wieder bei Christian, Pablo und Dani, die aber alle schon im Bett lagen. ¡Peresosos!
Immerhin konnten wir wenigstens Pablo dazu bewegen, mitzukommen. Wir haben dann noch versucht, ein paar von den anderen zu holen, aber da es kein Netz gab konnten wir nicht anrufen und ich glaube spätestens als sie uns vor der Tür gesehen hätten wären sie geflüchtet
. So sind wir halt zu dritt los, waren aber nur etwas trinken und haben sowohl im Jampa als auch im Jala Jala geguckt. War uns aber dann doch zu teuer, fast 5 Dollar zu zahlen, also sind wir wieder zurück ins Fauno und haben da noch gequatscht. Und es war sooo w itzig.
Ja, wieder ein aufregendes Wochenende. Und so anstrengend wie es gewesen ist: ES WAR GEIL!!!































hilfe, hab ich mitgefiebert! ihr seid doch verrückt
aber: toller toller bericht!
hasta luegito (en 12 dias nos vemos!)
y un beso
Von: Sarita am Mai 4, 2009
um 5:27 pm
Si, señorita!!! Sólo un poquito más
Te esperamos pués
VENGAS RAPIDIIIITO…
Von: pijalsanpedro am Mai 6, 2009
um 6:45 pm
so spannend! – ihr übertrefft euch immer wieder selbst – was ihr alles erlebt und erfahrt – einfach nur beneidenswert – ich hab heute Geranien auf dem Markt gekauft und riesengroße Radieschen, die total lecker waren, habt ihr was gesät oder gar geerntet?? Liebe Grüße Maikes Mom
Von: Maikes Mom am Mai 4, 2009
um 7:29 pm
ja, das stimmt wohl… und immerhin hatten wir dieses Mal sogar Sicherheitsvorkehrungen getroffen (trotz denen es wohlgemerkt immer noch medio-gefährlich war *hehe*)…
Ja, gesät haben wir schon lange, also ich zumindest in der Schule
Und geerntet auch schon… Ganz leckere Radieschen. Aus dem Rest ist leider nix geworden. Okay, der Rotkohl wächst noch, aber weder Blumen noch Karotten noch Physalis sind aufgegangen… Da hat sich das Huhn der Nachbarin vermutlich ein Festmahl draus gemacht. Aber egal…
Gönnen wir es ihm. Bis bald
Von: pijalsanpedro am Mai 6, 2009
um 6:47 pm
bla bla… ist ja alles sehr spannend… *gaehn*… mensch seid ihr mutig…
achja, wer fotos vom GIPFEL sehen will, das waren die 5200m, nicht die 4900m, darf gern mal auf MEINER homepage vorbeischauen…
–> http://www.annika-in-ecuador.de.vu <–
(da gibts die spannenden berichte…) *g*
solo un chiste no más…
*beso*
Von: annika am Mai 7, 2009
um 8:41 pm
Ja…. aber hör einmal, wenn ich hier ALLE Geschichten erzählen würde die hier an dem WE passiert sind, du… dann würd sich für deine 5200 m kein Mensch mehr interessieren
Ich sag nur Mais ne???
Nee, geht ruhig zu Annika… die war am Gipfel. DAfür waren Maike und ich fruher wieder unten. Und eigentlich hab ich das alles ja auch nur Maikes Mom zu liebe gemacht, damit es nicht gar so gefährlich wurde
Von: pijalsanpedro am Mai 7, 2009
um 8:47 pm
maikes mom weiß das sehr zu schätzen und bedankt sich ganz, ganz herzlich für die liebevolle anteilnahme bei der übermittlung eurer harakiriaktionen. maikes mom in trance.
Von: Maikes Mom am Mai 9, 2009
um 2:35 pm
hi steph,
es ist immer spannend Deine Berichte zu lesen. Janet und Pete sind auch hier dabei und lesen alles mit und sind erstaunt alles zu erfahren was ihr da macht.
Viele Gruesse auch an Manuel und wir wuenschen ihm/Euch einen weiteren guten Trip durch Ecuador. Wir freuen uns mit Euch allen. Bleibt gesund und….
Viele liebe Gruesse und Gottes Segen aus Green Cove Springs FL
Renate und Peter
Here some thing from Janet:
Hi Steph, Greetings from Lake Asbury. I found your blog this morning in Pete’s email and your parents and I have been enjoying all the pictures. Are you learning more from living in Ecudor than they are learning from you? It looks like you will know how to cook if the world loses electricity.
I am just kidding. Your pictures are great. Pete and I enjoy your emails. It looks like you are finding a place in the world and enjoying it immensly. Good Luck to you………..Janet
Von: Tomas am Mai 12, 2009
um 3:24 pm